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Lepiarczyk: 40 (Review)

Artist:

Lepiarczyk

Lepiarczyk: 40
Album:

40

Medium: CD/LP
Stil:

(Neo-)Progressive Rock

Label: Lynx Music/Just For Kicks
Spieldauer: 38:54
Erschienen: 08.10.2021
Website: [Link]

Die nächsten neo-progressiven Grüße aus Polen. Ein Land, das (zum Glück) mit seinen Musikern einfach keine Ruhe zu geben scheint, wenn es darum geht, den von so vielen schon längst abgeschriebenen Progressive Rock zu bewahren.

Dieses Mal also LEPIARCZYK
Sagt einem im ersten Moment noch nicht viel, aber…
KRZYSZTOF LEPIARCZYK ist der Keyboarder von LOONYPARK und den leider viel zu schnell in Vergessenheit geratenen PADRE, die 2012 mit „From Far Away Island“ ein richtig gutes, sehr religionskritisches Album herausbrachten, dann aber leider wieder in der Versenkung verschwanden, vielleicht weil ein 'echter Padre (Pater)' seinen Bann-Fluch über sie verhängte. Aber auch in dem aktuellen – bereits vierten – Solo-Album des LOONYPARK- und PADRE-Keyboarders gibt es durchaus ein paar religionskritische Textpassagen, beispielsweise in „Feel The Flow“ und „Babylon“, zu entdecken.

Dass dem progressiven Keyboarder auch anspruchsvolle Pop-Musik (Ja, die gibt es tatsächlich zuhauf, wenn man bereit ist, seine Prog-Musik-Scheuklappen zu lüften!) nicht fremd oder gar fern ist, zeigt sich bereits bei der Wahl seines Album-Titels, auf dem sich der 40-jährige LEPIARCZYK ganz offensichtlich von ADELE inspirieren ließ, indem er dieses einfach nach seinem Alter „40“ benennt. Lustig – ja, irgendwie eben auch Neo-Progressiv, genauso wie die Musik darauf, welche einerseits auch vor Pop-Momenten keinen Halt macht und auf eine weibliche Stimme (Die natürlich einer ADELE niemals das Wasser reichen kann!) setzt. Hier gibt’s eben Neues (Neo), Angenehmes, Ruhigeres und Melodiöseres, das auf Altbekanntem (Prog) aufbaut. Und wenn auch viele nicht gleich in Begeisterungsstürme verfallen, wenn sie diesen stilistischen Prog-Ableger vernehmen, der bei LEPIARCZYK gerne auch vom Keyboard und floydianischen Gitarren-Einlagen dominiert wird, so dürfen diejenigen aber, die sich gerne mal in den dunkleren entspannteren Momenten eine Neo-Prog-Scheibe auflegen, sehr gerne auf „40“ von LEPIARCZYK zurückgreifen.

Allerdings wird man bereits durch das Cover, welches einen viel eher in die Smooth-Jazz-Ecke drängt, nicht täuschen lassen, auch wenn man noch dazu mit „Jazz Monday“ einen Song entdeckt, der diesen Eindruck zusätzlich verstärkt.

Doch vorerst greift der Album-Opener „Secret Land“, mit knapp 10 Minuten zugleich längster Song des Albums, gleich das Pandemie-Thema auf, indem es einerseits textlich mit schönen Metaphern arbeitet und andererseits von der Bedeutung her nicht gleich alles schwarz malt, wie wir es heutzutage ja viel zu oft erleben müssen: „Pademic fear touches harder / But there is hope and light inside“. Dazu gibt’s noch ein feines Gitarren-Solo, das so auch von Herrn GILMOUR hätte sein können und schon ist der melodiöse Einstieg mit progressiven Mitteln ins Album geschafft. Viele Veränderungen oder deutliche Abweichungen von dem, was „Secret Land“ klanglich zu bieten hat, werden wir dann in den insgesamt knapp 39 Minuten nicht mehr erleben.

Allerdings gilt auch für „40“ mal wieder, dass die Sängerin zwar eine angenehm warme Stimme besitzt, diese in den hohen Lagen aber nicht wirklich überzeugt und auf Dauer eintönig wirkt. Bei PADRE dagegen gelang das deutlich besser, da hier mit zwei richtig guten Sängern – einer Sängerin und einem Sänger – agiert wurde. Warum auch immer, aber bei den deutlich schwächeren Alben von LOONYPARK beließ es LEPIARCZYK beim weiblichen Gesang. Eine Fehlentscheidung, auch wenn Sängerin Joanna Pawlikowska bei dem zart Jazz-angehauchten Song „Jazz Monday“, samt geiler Trompeten-Einlage und gedoppelten Chor-Gesängen, beweist, wo sie im Grunde hingehört: in den verrauchten 'Bar'-Jazz eines romantischen Jazz-Clubs, nicht aber in den Neo-Prog mit ausgiebigen floydianischen Liebesbekundungen seitens des Gitarristen Jerzy Antczak.

Ansonsten gilt auch für „40“ das, was wir bereits bei PADRE feststellten: „Ein besondere Stärke von 'From Faraway Island' liegt in den herrlichen, die unterschiedlichsten Stimmungen transportierenden Piano-Einlagen von KRZYSZTOF LEPIARCZYK, die einen besonderen Höhepunkt des Albums ausmachen."
Allerdings wird man, sieht man mal vom (austauschbaren) Gesang ab, kaum irgendwelche Unterschiede zu einem LOONYPARK-Album feststellen.

FAZIT: Der Keyboarder von LOONYPARK präsentiert uns unter seinem Nachnamen LEPIARCZYK ein Solo-Album, das im Grunde gar keins ist, sondern vielmehr wie ein weiteres LOONYPARK-Album klingt. Also Neo Prog mit Hang zu ausgiebigen Keyboardklängen und gilmourschen Gitarrenausflügen sowie (nicht rundum überzeugendem) weiblichen Gesang. Fein melodiös eingespielt und mit guten, nicht unkritischen Texten versehen. Wer entspannten Prog der Neo-Art mag, ist bei LEPIARCZYKs „40“ (Die Idee, ein Album nach seinem Alter zu benennen, kennen wir doch längst von ADELE!) gut aufgehoben.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 382x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • Secret Land
  • True Story
  • Scratches
  • Feel The Flow
  • Jazz Monday
  • Living Alone
  • Babylon

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • 40 (2021) - 10/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
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