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Trance: Power Infusion (1983) – 2023 Remaster (Review)

Artist:

Trance

Trance: Power Infusion (1983) – 2023 Remaster
Album:

Power Infusion (1983) – 2023 Remaster

Medium: CD/LP
Stil:

Hardrock, Heavy Metal

Label: Galileo
Spieldauer: 37:14
Erschienen: 01.12.2023
Website: [Link]

Wer von uns braucht nicht seine tägliche „Power Infusion“, um über den Tag, die Woche, das Jahr und diese extrem verrückte Zeit zu kommen?
Das ist nicht nur heute so, sondern war es auch vor 40 Jahren, als dieses Hardrock-Album von TRANCE das Licht und die Ohren dieser Welt erblickte und natürlich erst einmal verunsichern musste. Denn eine Band aus Deutschland, die sich den Namen TRANCE verpasst, muss doch zu irgendwelchen Esoterik-Schwurblern gehören, die auf das große 'Om' aber doch nicht den fetten Wumms – oder wie es unser Scholzomat sagen würde – 'Doppel-Wumms' hart rockender Rhythmen setzen.

TRANCE jedenfalls sahen das anders und rockten als Quartett straight und ordentlich los, so als müssten sie allen Metallisten dieser Welt mit ihrer „Power Infusion“ ordentlich Konkurrenz machen, was sie bereits mit dem Das-sagt-doch-schon-alles-Album-Opener „Heavy Metal Queen“ samt fettem Gitarren-Riff überdeutlich zum Ausdruck brachten.

Die größte Konkurrenz diesbezüglich kam ebenfalls aus deutschem Landsleute-Hause – und trug den Namen SCORPIONS, wobei sogar der Gesang von Lothar Antoni dem eines Klaus Meine ziemlich nahe kam.
Eigentlich klingt die „Power Infusion“ gänzlich wie ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen diesen beiden Bands. Und natürlich fehlt auf diesem Album mit „Children Of Illusion“ selbst eine ergreifende Ballade nicht: „We are the children of illusion / We live our dreams day by day...“

40 Jahre später ist das Ergebnis dieses hardrock-rhythmischen Wettlaufs allseits klar und bekannt: Gewonnen haben die SCORPIONS, auch wenn das nur schwer verständlich ist, wenn man dieses Album von TRANCE hört, das sich auf einem ganz ähnlichen Niveau wie beispielsweise „Blackout“ (1982) oder „Love At First Sting“ (1984) der giftstachligen Kriechtiere aus Deutschland bewegt, die dann auch noch mit „Wind Of Changes“ ihre Mauerfall-Ballade beisteuerten und so unsterblich wurden. 'Verstorben' sind dagegen sind TRANCE. Das muss wohl doch am Bannamen gelegen haben, an der musikalischen Qualität von „Power Infusion“ lag's jedenfalls nicht. Oder vielleicht hätten sie sich damals statt auf die Power-Mucke-Cover auch ein paar sexistische Anzüglichkeiten mehr in der LP-Optik einfallen lassen sollen, die damals mehr (weibliche) Brust zeigte, als es heute bei all der moralinsauren Überwachungskultur jemals möglich wäre. Sowas wurde auch damals mitunter verboten und trug gerade darum auch zur erhöhten Aufmerksamkeit, verbunden mit einer deutlich stärkeren Popularität, bei.

Ähnliches wird sich wohl auch das größtenteils mit progressiver Rockmusik in Verbindung gebrachte Label 'Galileo' gedacht und sich diesem völlig zu unrecht vergessenem Album angenommen haben – es mit einem schicken Remaster, das besonders den unbändigen rhythmischen sowie metallischen Druck betont, versehen und nunmehr in einem dreiflügeligen Digipak samt 16 Seiten starkem Booklet wiederveröffentlicht.
Und alle, denen die SCORPIONS ein angenehmer Begriff sind oder die gerne auch mal zu UFO und URIAH HEEP oder RAINBOW und JUDAS PRIEST greifen, die werden sich wahrscheinlich verwundert die Augen und Ohren reiben, wenn sie diese kraftvolle Infusion voller Hardrock hören, die einen garantiert nicht in TRANCE, sondern druckvoll rockende Begeisterung versetzen wird.

FAZIT: Man möchte es kaum glauben, wenn man diese „Power Infusion“ von TRANCE hört, dass über dieses 1983 erstmals veröffentlichte Hardrock-Album kaum noch jemand spricht, während die SCORPIONS nach wie vor in aller Hardrock- oder schwülstiger Mauerfall-Balladen-Munde sind. TRANCE haben als deutscher Hardrock-Gegenpol der SCORPIONS im Grunde ein gänzlich gleiches Niveau zu bieten, wovon man sich nun erneut mit „Power Infusion (1983) – 2023 Remaster“ überzeugen kann. Bleibt am Ende tatsächlich nur die Frage: Warum TRANCE? Vielleicht könnte man das ja bei seinem nächsten 'Om!' oder einer ausgelassenen Yoga-Sitzung im esoterischen Hardrock-Kreis klären…

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 833x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • Heavy Metal Queen
  • Rockstar
  • Children Of Illusion
  • Glasshouse
  • S L D (Dedicated To MCE)
  • Shock Power
  • Burn Your Lies
  • Sensation
  • Storm & Thunder

Besetzung:

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  • keine Interviews
Kommentare
Neudi
gepostet am: 11.12.2023

Natürlich stammt der Name von der Scorpions LP "In Trance" :) Die Musikrichtung Trance gab es damals noch nicht...heute geht eine Googlesuche ohne "Metal" oder wenigstens "Band" als Zusatz gar nicht :)
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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