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Behemoth: The Apostasy (Review)

Artist:

Behemoth

Behemoth: The Apostasy
Album:

The Apostasy

Medium: CD
Stil:

Extrem Metal

Label: Regain/Soulfood
Spieldauer: 39:53
Erschienen: 2007
Website: [Link]

Polens zu Morbid Angel bekehrte Ex-Schwarzmetaller holen mit Chor, klassischen Instrumenten, Power-Metal-Vocals und einem Jazzmusiker zu einem weiteren Rundumschlag aus, der sich nicht wirklich als Horizonterweiterung erweist, dafür aber innerhalb der eigenen Diskographie qualitativ nicht zurücksteckt.

BEHEMOTH zeichnen sich nach wie vor nicht als großartige Riffschreiber aus; ihre Beschlagenheit zeigt sich im fixen Drumming sowie Nergals verzierendem Gitarrenspiel. So endet „Slaying The Prophets Ov Isa“ mit einer Soloorgie nebst erwähntem Chorgesang, welcher das Stück auch einleitet. Slides mit dem Plektrum im Extrem-Metal-Kontext, wie das folgende Stück sie aufweist, kennt man von Vorbild Trey Azagtoth. Dessen Kompositionsweise ebenfalls zu eigen sind heruntergebremste Passagen und eine thematische Affinität zu Okkultem aus dem Orient – BEHEMOTH titeln zwar deutsch mit „Kriegsphilosophie“, doch dieser Song hat atmosphärisch betrachtet östliches Flair durch die Tonwahl sowie den Einsatz akustischer Saiteninstrumente und das perkussive Ende. Dafür wird es in „Be Without Fear“ sinfonischer. Inferno setzt dabei Akzente auf den Becken. Es sind diese Einzelheiten, die den Hörer von „Apostasy“ bei der Stange halten – nicht so sehr die Lieder an sich, denn Nergal weigert sich, ähnlich eingängig zu schreiben wie zum Teil noch auf „Demigod“.

Nach zwei kürzer atmenden Aggressoren folgt der differenziertere Teufelsschweif des Albums: „Libertheme“ ist wieder langsamer und lässt feine Leadgitarren erklingen, während „Inner Sanctum“ doomige Tragik versprüht und ein belegt klingender Warrel Dane im Duett mit dem Frontkeifer singt. Das ist mehr Gimmick als Stilexpansion, gereicht aber zur nötigen Abwechslung im Gesangsbereich. Die Chöre tauchen auf der Zielgeraden verstärkt auf, und „Christgrinding Avenue“ ist seltsamerweise der griffigste Song am Schluss. Die Experimente sind zu inkonsequent, und die Hitdichte gleich Null, weshalb nur die Brutalität als Argument für BEHEMOTH bleibt. Ehrlich gesagt: sieht man von den Anfängen der Gruppe ab, war dies schon seit jeher der Fall.

FAZIT: Nicht viel Neues bei BEHEMOTH – wer auf aggressiven, kompetent gezockten Überschall-Death mit etwas mystischem Ambiente schwört, kann sich auch mit diesem titelgemäßen Abfall vom Glauben vereidigen lassen. Große Momente erhofft man sich vergebens.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 3188x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • Rome 64 C.E.
  • Slaying The Prophets Ov Isa
  • Prometherion
  • At The Left Hand Ov God
  • Kriegsphilosophie
  • Be Without Fear
  • Arcana Hereticae
  • Libertheme
  • Inner Sanctum
  • Pazuzu
  • Christgrinding Avenue

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
hardy
gepostet am: 06.05.2012

User-Wertung:
10 Punkte

Hinten raus lässt das Album den Höhrer ein wenig im Stich, aber insgesamt ein gutes Album, ich DEMIGOD aber um einiges besser fand. Die "Erhabenhei"t eines ZOS KIA CULTUS wird Behemoth aber wohl nicht mehr hinbekommen.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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