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Jorn: Dio (Review)

Artist:

Jorn

Jorn: Dio
Album:

Dio

Medium: CD
Stil:

Heavy Metal

Label: Frontiers Records
Spieldauer: 66:24
Erschienen: 02.07.2010
Website: [Link]

Machen wir uns nichts vor. Die Metalszene besteht anno 2010 nur noch zu einem sehr, sehr kleinen Teil aus Zusammenhalt, Rebellion und einer bestimmten Lebenseinstellung. Metal ist heutzutage ein wichtiger Pfeiler im Musikbusiness und allzu oft scheint es, dass die Erhöhung des eigenen Kontostands wichtiger ist, als Integrität und Authentizität. Als im Mai Ronnie James Dio tragischerweise und unerwartet verstarb, wurde aber wieder deutlich, dass Metal mehr ist, als bloßer Musikkonsum, die Szene rückte in ihrer Trauer wieder enger zusammen. Wenige Wochen nach diesem einschneidenden Ereignis häuft sich nun die Anzahl an Gedenkevents und auch Tributalben werden angedacht und produziert. Das wiederum ruft Kritiker auf den Plan, die nur allzu schnell pietätlose Geldmacherei wittern und beklagen, dass aus Dios Ableben Profit gemacht werden soll. Grundsätzlich völlig zu recht. Falsch wäre es aber, solche Vorwürfe gegenüber Jorn Lande zu äußern, denn sein Tributalbum mit dem Titel "Dio" war schon lange in Planung.

Genauer gesagt seit 2009, denn lange bevor Ronnies Krankheit bekannt wurde, hatte Jorn schon den "Song For Ronnie James" geschrieben und das Album war bereits früh in 2010 fertig. Man mag natürlich gteilter Meinung darüber sein, ob man den für Anfang Juli geplanten Release angesichts der Umstände nicht besser hätte verschieben sollen, aber es dürfte klar sein, dass von respektloser Geldscheffelei hier keine Rede sein kann. Konsequent wäre es wiederum, wenn Frontiers Records die Einnahmen aus diesem Album dem "Ronnie James Dio Stand Up And Shout Cancer Fund" zur Verfügung stellen würden, es wäre aber auch vermessen, dies zu forden. Auch aufgrund der Tatsache, dass dem Album Jorns Herzblut deutlich anzuhören ist.

"Dio" besteht aus dem bereits erwähnten Song, zu dem es auch ein Video gibt, das man hier sehen kann und zwölf Coverversionen. Bei der Auswahl der Songs hat sich Jorn größtenteils auf Nummern aus der Dio-Ära beschränkt, folglich gibt es nur wenige Black Sabbath- oder Rainbow-Songs, bei denen Ronnie James Dio gesungen hat ("Kill The King" und die Kopplung "Lonely Is The Word - Letters From Earth"), zu hören. Desweiteren hat sich Jorn nicht darauf beschränkt, die größten Hits nachzusingen, sondern hat auch ein paar Nummern ausgewählt, die nicht jedem geläufig sein dürften. Mit "Stand Up And Shout" und "Don't Talk To Strangers" hat er sich zwei der ganz großen Hits vorgenommen, Songs wie "Night People", "Sacred Heart", das düstere "Lord Of The Last Day" oder flottere Nummern wie "Push" und "Kill The King" stehen den Klassikern aber in nichts nach. Sieht man mal vom etwas flachen "Sunset Superman" ab, so zeigt sich in den ausgewählten Songs die kompositorische Klasse von Dio und seinen damaligen Mitmusikern überdeutlich. Da kann "Song For Ronnie James" nicht mithalten. Zwar orientiert sich Lande natürlich sehr deutlich am Sound von Dio und auch der Text gefällt aufgrund der persönlichen Note, insgesamt wirkt der Song aber ein wenig zusammenhanglos und nicht eingängig genug. Andererseits muss man so eine Nummer auch überhaupt erstmal zustande bringen.

Beeindruckend ist ebenfalls, wie gut Jorn die Songs singt. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass es seine eigenen Songs sind, so gut passt seine Stimme zu den Melodien der Originale. Mit "Dio" beweist Jorn viel mehr, was er für ein herausragender Sänger ist, als beispielsweise mit dem aktuellen Masterplan-Album, das nur vereinzelt überzeugen kann. Jorn hat sich Dios Songs über die Jahre hinweg einverleibt und er mit der Art und Weise, wie er sie singt, bezeugt er wahrlich Respekt vor seinem Mentor. Positiv zu erwähnen ist außerdem, dass auch seine Mitmusiker einen hervorragenden Job machen und dass der Sound auf der von Tommy Hansen gemixten Platte herrlich erdig und kraftvoll ist. Zuguterletzt weiß auch die geschmackvolle Verpackung zu gefallen.

FAZIT: Musikalisch ist "Dio" ein wirkliches tolles Album und das liegt nicht nur am hervorragenden Songmaterial, auf das zurückgegriffen wurde. Man merkt, wie viel Energie Jorn in "Dio" investiert hat und dementsprechend gut klingt das Resultat. Über die Veröffentlichungspolitik darf man wie gesagt geteilter Meinung sein, an der Klasse des Albums ändert das aber wohlgemerkt nichts.

Andreas Schulz (Info) (Review 6100x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Song For Ronnie James
  • Invisible
  • Shame On The Night
  • Push
  • Stand Up And Shout
  • Don't Talk To Strangers
  • Lord Of The Last Day
  • Night People
  • Sacred Heart
  • Sunset Superman
  • Lonely Is The Word - Letters From Earth
  • Kill The King
  • Straight Through The Heart (live)

Besetzung:

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