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The Inspector Cluzo: We The People Of The Soil (Review)

Artist:

The Inspector Cluzo

The Inspector Cluzo: We The People Of The Soil
Album:

We The People Of The Soil

Medium: CD/Media-Book
Stil:

Hard-, Indie-, Alternative- und Folk-Rock mit ökologischem Gewissen

Label: Fuckthebassplayer Records/Caroline
Spieldauer: 39:20
Erschienen: 26.10.2018
Website: [Link]

Die Rock(musik)-Farmer aus Frankreich sind zurück – welch ein Glück!
Und ihre Botschaft ist mehr als deutlich: „Wir sind die Menschen auf dieser Erde“ und wenn man das dazugehörige 10“-LP-große, fest eingebundene, 32seitige Buch aufschlägt, gibt es gleich eine weitere hinzu: „Handle lokal, denke global“ (oder etwas freier gedacht: „Was du im Kleinen tust, wirkt auf das große Ganze!“)
INSPECTOR CLUZO, das Rock-Duo aus Frankreich, ist zugleich das musikalisch-ökologische Gewissen einer ganzen Nation. Und das zeigen sie natürlich auch auf ihrem aktuellen Album, indem sie nicht sich in den Mittelpunkt und auf des Frontcover rücken, sondern das Lieblingsschaf ihres Bauernhofs, dessen zehnjähriges Bestehen sie mit diesem Album zugleich feiern.

Auch in einer weiteren Beziehung bleiben sich INSPECTOR CLUZO treu, denn nicht nur die hochwertige Gestaltung ihrer Tonträger, sondern auch die Musik darauf folgt dem seit 2008 eingeschlagenen und zugleich nun sechs Alben alten Weg: Keine Bässe! Dafür aber knallige und ruhige Sounds, die sich zwischen CASH-Country und ZEPPELIN-Hardrock bewegen und verspielt sowie mutig ständig dazwischen hin- und herschwanken.

Schon der Album-Opener „A Man Outstanding In His Field“ haut gehörig mit scharfen Percussion und einer geilen auf den rechten Kanal abgemischten E-Gitarre, die plötzlich wie aus dem Orbit auftaucht, rein, während Sprechgesang das Leben eines Farmers würdigt.

Noch schärfer geht das folgende „The Sand Preacher“ zur Sache, das wie eine rauchige „The Man In Black“-CASH-Nummer beginnt, um dann in brachialen Hardrock umzuschlagen, wobei auch der Gesang in tiefsten und höchsten Tönen mit den unterschiedlichsten Stimmungen spielt: „I feel a pain way down in my soul!“
Genau in die gleiche Kerbe schlägt dann auch der Titeltrack „We The People Of The Soil, während „Little Girl & The Whislin‘ Train“ als hymnische Country-Ballade daherkommt, die wie aus einem 70er-Jahre-Western klingt.

So verspielt und verrückt kann man nur agieren, wenn man als erfolgreiche Musiker nichts aus der Hand gibt oder sich von finanzkräftigen Firmen vorschreiben lässt, was übrigens auch für das Bewirtschaften eines Öko-Bauernhofs gilt.
Von A bis Z kontrollieren Gitarrist und Sänger Laurent Lacrouts und Schlagzeuger Mathieu Jourdain alles, was sich rund um ihre Musik, ihre Texte und ihren Bauernhof abspielt, sind finanziell völlig unabhängig und selbst ihr Essen kommt aus eigener Zucht und Ernte! „Act locally think globally!“ sind für die beiden nicht nur vier Worte, sondern gelebte Leidenschaft. Klangvoll und ehrlich – und auch in den Texten knallhart auf den Punkt gebracht, wenn sie all die Idioten auf‘s Korn nehmen, denen diese Erde, das Land und die Natur nicht wertvoll sind: „Als Musiker und Bürger wenden wir uns gegen die Globalisierung, die in der Landwirtschaft gerade stattfindet. Der Albumtitel erinnert bewusst an die Zeile: ‚We the people...‘ in der amerikanischen Verfassung und sollte der Anfang jeder demokratischen Erklärung sein, der die Zukunft der Gesellschaft im Blick hat.“

In nur 12 Tagen entstand so dieses Album in den Nashviller Studios des mehrfachen Grammy-Gewinners Vance Powell, der als „König der Analogaufnahme“ gilt – aufgenommen auf einer 8-Spur-Bandmaschine. Ja, nur darum beginnt der erste Song so unglaublich, als käme er von Vinyl und nicht von einem kleinen Silberling. Und so ist „We The People Of The Soil“ tatsächlich das erste Album in der zehnjährigen Band-Geschichte, das nicht von INSPECTOR CLUZO selbst produziert wurde.
Auch gibt es ein paar weitere Neuigkeiten zum 10. Geburtstag. Mit der Sängerin Marianne Dissard, die bereits für CALEXICO gesungen hat, gibt es mit „The Best“ ein hinreißendes Duett zwischen ihr und Lacrouts, während auf „No Deal At The Crossroads“ und „The Brothers In Ideals“ erstmals in der Cluzo-Geschichte Streicher auftauchen. Auch der massive Einsatz einer B3 Hammond Orgel auf fast allen Stücken ist beachtens- und lohnenswert.

Sie haben sich wirklich nicht lumpen lassen zu ihrem 10. Geburtstag!
INSPECTOR CLUZO sind die perfekte Vereinigung von ökologischem Gutmenschentum (Und wehedem, irgendwer deutet diesen Begriff ins Negative!) und erstklassigem Fusion-Rock! Hochachtung!

FAZIT: „We Are The People Of The Soil“ von INSPECTOR CLUZO ist fusionierter Rock und Folk mit ökologischem Weitblick, der eine große Zukunft haben sollte – noch dazu mit dieser ausgezeichneten Gestaltung in einem LP-großen Hardcover-Buch samt faszinierender Bilder und Comics des taiwanischen Künstlers ABU.

Thoralf Koß (Info) (Review 285x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • A Man Outstanding In His Field
  • The Sand Preacher
  • Cultural Misunderstanding
  • Ideologies
  • Little Girl & The Whislin‘ Train
  • We The People Of The Soil
  • No Deal At The Crossroads
  • The Best (feat. Marianne Dissard)
  • Pressure On Mada Lands (feat. Tyler Bryant)
  • The Globalisation Blues
  • The Brothers In Ideals

Besetzung:

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