Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Novembre: Words Of Indigo (Review)

Artist:

Novembre

Novembre: Words Of Indigo
Album:

Words Of Indigo

Medium: CD/Download
Stil:

Death-, Alternative- und Doom-Metal

Label: Peaceville Records/Kscope/Edel
Spieldauer: 63:39
Erschienen: 07.11.2025
Website: [Link]

NOVEMBRE haben sich viel Zeit gelassen, um wieder mit einem Studio-Album auf die Bildfläche progressiver Musik-Klanggewalt zu treten. Und auch dieses Mal kommen sie mit ihrer Mischung aus finsteren, progressiven Death-, Alternative- und Doom-Metal nicht über gediegenes Mittelmaß hinaus. Sehr gerne scheinen sie in die ganz frühen Dunkelmann-Metal-Fußstapfen von OPETH zu treten, als die ihr Heil im „Blackwater Park“ und ebenfalls noch im ausgiebigen Growlen suchten. Natürlich schauen definitiv in diesem Sinne gleich noch KATATONIA mit vorbei, sodass sich die kalte Jahreszeit, nach der sich die italienische Band benannte, wenigstens mit aller Kälte und Finsternis eine klare Struktur aufweist. Hier dürfen also alle OPETH- und KATATONIA-Freunde gehörig mitfrieren, ohne dabei in einen Kälteschock zu verfallen.


Düster wie der Sound von „Words Of Indigo“ sind auch die gewählten Themen, deren Texte komplett im wiederum finsteren 16-seitigen Booklet nachzulesen sind: Reue, Gefahren, Schuld und Unschuld, lauernde Ängste und der Wunsch zur nostalgischen Rückkehr. Alles verpackt in oft wütenden, aber auch nachdenklichen und melancholischen Death Metal, bei dem männlicher Klargesang auf boshaftes Growlen trifft – und sogar weibliche Stimmen doch überraschend in „House Of Rain“ auftauchen und dem Album eine angenehme zusätzliche Klangvariante, die in Richtung Metal-Opera deutet, verleiht.


Besonders der schwammige Sound und die mittelmäßige Produktion stehen ihrem 9 Jahre nach „Ursa“ (2016) und 18 Jahre nach „The Blue“ (2007) rausgehauenen neuen Output „Words Of Indigo“ nicht sonderlich gut zu Gesicht – und werden unter hochwertigen Kopfhörern (die immer Grundlage für den hier in die Tasten hauenden Kritiker sind) stellenweise zur echten Belastung.
Kaum wirklich überzeugende Stereo-Effekt, die Instrumente ertrinken in einem kaum zu deutenden Mischmasch, dem es deutlich an Höhen fehlt.


Da wirkt dann ein mit akustischer Gitarre, deutlich klarer klingendes dargebotenes Zwischenspiel wie „Intervallo“ als wahre Wohltat für die mitunter geschundenen Ohren.
Nur solche klangvolleren Momente bleiben leider die Ausnahme.


Doom-Metal muss wirklich nicht so wie auf „Words Of Indigo“ produziert werden – sondern entfaltet gerade bei dieser Stilistik durch eine klare Produktion seine ganze Schönheit. Bei NOVEMBRE ist leider das Gegenteil der Fall. Hört man ihn nur laut, wird der scheppernde Sound vielleicht nicht so sehr stören. Will man aber genauer hinhören, dann stört's!


Ansonsten klingt NOVEMBRE nach wie vor nach NOVEMBRE. Trotz reichhaltiger Umbesetzungen im Musikerbereich: dunkler, doomiger, mitunter dem Gothic huldigender Prog-Metal, der laut wie leise, wütend wie zahm oder klar wie akzentuiert gegrowlt daherkommen kann.


FAZIT: Wenn verwaschener Sound auf spannenden, etwas progressiv ausgerichteten Death-, Alternative- und Doom-Metal samt Depri-Schlagseite trifft, dann darf gerne auch im Januar in das neue Album der italienischen Metalllisten NOVEMBRE reingehört werden. In „Words Of Indigo“ gehen Klargesang und Growls Hand in Hand und hinterlassen dabei (trotz einiger etwas dünner Growl-Schwächen) keine schlechte Figur. Die Produktion dagegen hängt den typischen musikalischen NOVEMBER-Sounds – im Umfeld früher OPETH und KATATONIA – offensichtlich hinterher, was „Words Of Indigo“ summa summarum nicht über ein gediegenes Mittelmaß stemmen kann, wobei sich positiv das Duett mit Ann-Mari Edvardsen (THE 3rd AND THE MORTAL) in Richtung Metal-Opera herausschält.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 43x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Sun Magenta
  • Statua
  • Neptunian Hearts
  • House Of Rain
  • Brontide
  • Intervallo
  • Your Holocene
  • Chiesa Bell Alba (Bonus Track)
  • Ipernotte (Bonus Track)
  • Post Poetic
  • Onde

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Wobei handelt es sich um keine Farbe: rot, gelb, blau, sauer

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!