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Running Wild: Rapid Foray (Review)

Artist:

Running Wild

Running Wild: Rapid Foray
Album:

Rapid Foray

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Heavy Metal

Label: Steamhammer / SPV
Spieldauer: 58:01
Erschienen: 26.08.2016
Website: [Link]

Einem neuen RUNNING WILD Album kann man mit der gleichen Erwartungshaltung begegnen wie man dies in den letzten Jahren bei einer neuen Bundesligasaison tat - ein paar Abwechslungen und Überraschungen wären schön, aber eigentlich war schon vorher klar, wie es am Ende ausgeht. Aber so wie man dann dennoch jedes Wochenende Fußball schaute, so bringt man auch einem neuen RUNNING WILD-Album eine gewisse Neugierde entgegen.

Seit ROLF KASPAREK im Jahr 2011 seine Bandaktivitäten nur zwei Jahre nach dem, auf großer Bühne begangenen, Ende von RUNNING WILD wieder aufgenommen hat, erscheint mit „Rapid Foray“ bereits das dritte Album der Hamburger nach deren Reunion. Und auf diesem gibt es einmal mehr das zu hören, was die Verpackung verspricht. Auf dem Cover begrüßen den Hörer stilecht Insignien des Piratentums und so wie Band ihrem Thema treu bleibt, wandelt sie auch musikalisch auf bekannten Pfaden.

In ihren besten Momenten macht „Rapid Foray“ richtig Spaß. Dann ist eine ganze Menge Tempo in den Songs, es gibt schöne Soli zu hören und ROCK N‘ ROLF beweist, dass er immer noch ein gutes Händchen für einprägsame Refrains hat. So erinnern gerade der Titeltrack, der Opener „Black Skies, Red Flag“ und „Black Bart“, die allesamt um das Piratenthema kreisen, an selige „Pile Of Skulls“- und „Black Hand Inn“-Zeiten. Dazu passt eine Produktion, die nicht versucht, zwanghaft zeitgemäß zu sein, sondern auf bewährten RUNNING WILD-Sound setzt, wobei neben der Gitarre die anderen Instrumente kaum zur Geltung kommen.

Leider wird das Niveau nicht durchgehend gehalten. Manche Songs rocken zwar solide, es fehlt dann aber an Überraschungen oder einprägsamen Momenten. Dass man es mit der Einprägsamkeit auch übertreiben kann, zeigt hingegen „By The Blood In Your Heart“. Dieser Song ist in seiner Einfältigkeit erschreckend und darf als RUNNING WILDs gescheiterter Versuch gelten, eine Mitsing-Hymne für die ganz große Bühne zu schreiben. Dass dann auch noch ein Dudelsack darin vorkommt, macht die Sache nicht besser. Das Instrumental „The Depht Of The Sea (Nautilus)“ mäandert etwas ziellos vor sich hin und schafft es nicht, eine zum Titel passende Stimmung aufzubauen.

Ein Highlight befindet sich dafür am Ende des Albums. Der Longtrack „Last Of The Mohicans“ steht mit einer Spielzeit von über elf Minuten in der Tradition von „Genesis“ vom „Black Hand Inn“-Album oder „Treasure Island“ von „Pile Of Skulls“. Trotz dieser Länge kommt beim Hören keine Langeweile auf, denn er bietet genügend Abwechslungen sowie einen starken Refrain. So bildet er den Abschluss eines letztlich doch gelungenen Albums.

Viele andere Bands, die schon lange aktiv sind, haben sich in der Spätphase ihrer Karriere für das Modell entschieden, nur noch selten neue Platten zu veröffentlichen, dafür aber regelmäßig Konzerte zu spielen. Bei RUNNING WILD sieht das bisher eher nach dem Gegenteil aus. Und auch wenn „Rapid Foray“ ein gutes Album – sogar das beste der letzten Jahre – ist, würden sich die Fans über Konzerte von RUNNING WILD sicher mehr freuen als über eine weitere Scheibe.

FAZIT: Der alte J.B.O.-Joke „Running Wild spielen RUNNING WILD“ hat auch heute noch seine Berechtigung. Auf dem neuen Album haben die Hamburger ihren bekannten Sound beibehalten und einige starke Songs versammelt. Dass das Album dabei letztlich nicht das Niveau der Großtaten aus den frühen 90ern erreicht, überrascht letztlich aber nicht. [Album bei Amazon kaufen]

Sebastian Triesch (Info) (Review 827x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • Black Skies, Red Flag
  • Warmongers
  • Stick To Your Guns
  • Rapid Foray
  • By The Blood In Your Heart
  • The Depth Of The Sea (Nautilus)
  • Black Bart
  • Hellectrified
  • Blood Moon Rising
  • Into The West
  • Last Of The Mohicans

Besetzung:

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