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Dudley Taft: Cosmic Radio (Review)

Artist:

Dudley Taft

Dudley Taft: Cosmic Radio
Album:

Cosmic Radio

Medium: CD/LP
Stil:

Blues-Rock

Label: American Blues Artist Group
Spieldauer: 55:14
Erschienen: 02.10.2020
Website: [Link]

Die Covid-19-Bremsklötze haben in den vergangenen Monaten auch dem Musikbusiness nicht bloß Negatives, sondern auch Muße zum Komponieren, Werkeln und Einspielen gebracht. DUDLEY TAFTS „Cosmic Radio“ wäre als Nachfolgealbum zu „Simple Life“ jedenfalls wohl kaum schon jetzt erschienen. Ein Pandemie-Schnellschuss ist es dennoch nicht geworden. Ein krönendes Highlight allerdings auch nicht.

Der Mann aus Cincinnati fährt mit seinem neuen Werk dort weiter, wo er im vergangenen November aufgehört hat: Wieder wurde im selben Team und im eigenen Studio in Cincinnati aufgenommen, erneut hat DUDLEY TAFT das Produzieren und Mixen selber erledigt, wieder präsentiert er elf neue Songs plus eine Coverversion. Und auch diesmal ist Letztere wenig beeindruckend.

Die Rede ist von „Going Away Baby“, einer frühen Komposition des Muddy Waters-Gefährten Jimmy Rogers (dessen Namen TAFT übrigens leider durchs Band weg falsch angibt). Dieser Song ist vor 70 Jahren erstmals auf Platte erschienen und ist hier in einer ziemlich uninspirierten Version zu hören, die einzig vom perfekt harmonierenden Zusammenspiel zwischen Gitarre und Bass (John Kessler) halbwegs gerettet wird.

Es gibt auf „Cosmic Radio“ aber durchaus Songs, die herausragen. Da ist zum einen „The Devil“, eine fulminante Upbeat-Nummer, die TAFT seinem Freund und Kollegen, dem Franzosen MANU LANVIN widmet; zum andern gehört sicher „Relentless“ dazu, gesungen von TAFTS Tochter ASHLEY CHARMAE – das ist Pop-Rock at its best.

Für den Schreibenden ist das eigentliche Highlight jedoch das über sechs Minuten lange „All For One“: Schleppender Rhythmus, dominiert von verzerrter Fuzz-Gitarre und schneidenden Soli, ein beklemmender Text („As our cities die, with open eyes we realize, we’re past the point of no return“): Insgesamt und in dieser Art als der unheilschwangere Soundtrack zur aktuellen Situation in TAFTS Heimatland zu verstehen.

Und der ganze Rest? „Cosmic Radio“ ist alles in allem eine Spur weniger poppig als „Simple Life“, auch wenn TAFT gesanglich nach wie vor die großen Gesten liebt und ganz vernarrt ist in langgezogene Vokale, namentlich in den Refrains. Nichts zu bemängeln gibt es dagegen bezüglich seiner Gitarren-Künste; auf diesem Gebiet gehört er zur Elite, und seitdem er – nach seinen eigenen Worten – stolzer Besitzer eines neuen Fuzz-Pedals ist, das an dieser Stelle natürlich nicht namentlich erwähnt werden darf, hat sein Spiel sogar etwas an Rauheit und Bodenhaftung gewonnen.

FAZIT: DUDLEY TAFT liegt mit seinem achten Streich „Cosmic Radio“ wieder etwas näher bei seinem bisher qualitativ besten Album „Screaming In The Wind“ aus dem Jahr 2014. Das neuste Werk ist eine solide Angelegenheit für Blues-Rock-Freunde, die nicht auf die ganz harte Schiene fixiert sind.

Dieter Sigrist (Info) (Review 831x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • Cosmic Radio
  • Left In The Dust
  • The Devil
  • Goin' Away Baby
  • One In A Billion
  • The End Of The Blues
  • Relentless
  • Fly With Me
  • Hey Hey Hey
  • All For One
  • I'm A Believer
  • I Will Always Love You

Besetzung:

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