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Psychotic Waltz: The God-Shaped Void (Review)

Artist:

Psychotic Waltz

Psychotic Waltz: The God-Shaped Void
Album:

The God-Shaped Void

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Progressive Metal

Label: Inside Out / Sony
Spieldauer: 52:53
Erschienen: 14.02.2020
Website: [Link]

Was lange währt … wirft Kleingeld ins Phrasenschwein: PSYCHOTIC WALTZ' Comeback-Album hatte nach der offiziellen Reformierung der Kult-Proggies 2010 einen gefühlt ewigen Vorlauf, doch das Warten lohnte sich, um eine weitere Floskel zu bemühen, auch wenn man angesichts der relativen Direktheit, mit der die Kalifornier zu Werke gehen, nicht ganz begreift, warum Songwriting und Produktion dermaßen lange dauerten.

Klar, die Mitglieder, die bekanntlich wieder in der Besetzung von "Mosquito" (1994) musizieren, leben nicht mehr alle in unmittelbarer Nähe zueinander (Sänger Devon Graves etwa schon seit fast 20 Jahren in Österreich), doch übers Internet hätten sich die Abläufe sicherlich beschleunigen lassen. Gut Ding will aber eben Weile haben, und hört man "The God-Shaped Void" nun, scheint mehr oder weniger offensichtlich zu sein, dass PSYCHOTIC WALTZ völlig zwanglos Ideen sammelten und immer dann finalisierten, wenn ihnen der Kopf danach stand.

Nicht dass die Scheibe spontan oder schludrig eingefädelt anmuten würde … Sei es auch, dass die Band rhythmisch keine Haken schlägt wie ehedem (das unterließ sie im Lauf der Jahre ohnehin immer häufiger) oder keinerlei unkonventionelle Songstrukturen bemüht wurden. Tatsächlich kehren PSYCHOTIC WALTZ wie bereits auf ihrem vorläufigen Abgesang "Bleeding" (1997) in den Vordergrund, wie gut sie als Komponisten von Liedern im traditionellen Sinn sind.

So gestalten sich insbesondere der schleppende Einstieg 'Devils And Angels' und das ebenfalls recht doomige 'All The Bad Men' (mit stellenweise mehrstimmigem Gesang) äußerst eingängig. 'Stranded' steht exemplarisch für fantasievollen Melodic Metal mit Dan Rocks und Brian McAlpins stilprägenden Leads - dem wesentlichen Trademark, anhand dessen man "The God-Shaped Void" eindeutig von Devon Graves' anderer Band Dead Soul Tribe unterscheiden kann.

'Back To Black' und das bleischwere, hypnotische 'Pull The String' verkörpern indessen PSYCHOTIC WALTZ dramatische Seite, das in melodischer Hinsicht spröde 'Sisters Of The Dawn' und der schreitende, verhältnismäßig unspektakuläre Abschluss 'In The Silence' wurden wie bereits der Opener subtil mit futuristischen Synthesizern unterlegt, weshalb sie ein wenig an Rocks Darkstar-Projekt erinnern.

'The Fallen' ist eine für den Frontmann typische Ballade mit akustischem Beginn, den das nachfolgende 'While The Spiders Spin' ebenfalls hat, bloß dass daraus ein kraftvolles Miniepos über (Internet- bzw. Smartphone-)Abhängigkeit wird. ebenfalls ruhig und die einzige Nummer, die der alterslos klingende Frontmann um sein berüchtigtes Querflötenspiel bereichert: 'Demystified' als unauffälliges Highlight der Platte.

FAZIT: "The God-Shaped Void" ist im Großen und Ganzen ein ausgesprochen Song-orientiertes Album und überraschend überraschungsarm für PSYCHOTIC WALTZ. Dafür scheint jedoch der Idealfall für die Band eingetreten zu sein: Sie hat Blut geleckt und fühlt sich hörbar wohl dabei, dort anzuknüpfen, wo sie zwischenzeitlich aufhörte.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1853x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Devils And Angels
  • Stranded
  • Back To Black
  • All The Bad Men
  • The Fallen
  • While The Spiders Spin
  • Pull The String
  • Demystified
  • Sisters Of The Dawn
  • In The Silence

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Fatul SaintSylvan
gepostet am: 13.02.2020

User-Wertung:
14 Punkte

einfach nur genial!
Fatul SaintSylvan
gepostet am: 13.02.2020

User-Wertung:
14 Punkte

einfach nur genial!
Fatul SaintSylvan
gepostet am: 13.02.2020

User-Wertung:
14 Punkte

einfach nur genial!
Wolfseye
gepostet am: 14.02.2020

User-Wertung:
5 Punkte

Hmm, versteht mich nicht falsch. Ich war totalllll gehyped, als ich durch Zufall (hatte echt nicht mehr damit gerechnet) bei Youtube dann die beiden Songs vom neuen Album gefunden hatte.

Und obwohl ich das neue Album durchaus gut finde, leider spiegelt es nicht das wieder was ich an PW geliebt hatte, oder sagen wir eher die Zeit damals in der bestimmte Alben raus kamen.

Und das war für mich nunmal "A Social Grace" & "Into the Everflow", und die sind für mich weiterhin unerreicht und wie ich finde echte Meilensteine der Musikgeschichte.

Alles was danach kam, "Mosquito" & "Bleeding" war einfach nicht mehr so meins. Leider scheint quasi nix mehr von den beiden ersten Alben in dem neuen Material zu stecken, jedenfalls hab ich bisher davon wenig gehört.

Allerdings kommt, wie ich finde, in einigen Stellen doch Teile der Solo Projekte von Devon raus, besonders Dead Soul Tribe höre ich hier raus.

Echt schade insgesamt, da ich mehr im Stil der ersten beiden Scheiben erhofft hatte. Ansonsten ist es trotzdem eine gute Metal Scheibe.
Wolfseye
gepostet am: 14.02.2020

User-Wertung:
5 Punkte

Hmm, versteht mich nicht falsch. Ich war totalllll gehyped, als ich durch Zufall (hatte echt nicht mehr damit gerechnet) bei Youtube dann die beiden Songs vom neuen Album gefunden hatte.

Und obwohl ich das neue Album durchaus gut finde, leider spiegelt es nicht das wieder was ich an PW geliebt hatte, oder sagen wir eher die Zeit damals in der bestimmte Alben raus kamen.

Und das war für mich nunmal "A Social Grace" & "Into the Everflow", und die sind für mich weiterhin unerreicht und wie ich finde echte Meilensteine der Musikgeschichte.

Alles was danach kam, "Mosquito" & "Bleeding" war einfach nicht mehr so meins. Leider scheint quasi nix mehr von den beiden ersten Alben in dem neuen Material zu stecken, jedenfalls hab ich bisher davon wenig gehört.

Allerdings kommt, wie ich finde, in einigen Stellen doch Teile der Solo Projekte von Devon raus, besonders Dead Soul Tribe höre ich hier raus.

Echt schade insgesamt, da ich mehr im Stil der ersten beiden Scheiben erhofft hatte. Ansonsten ist es trotzdem eine gute Metal Scheibe.
hendrik [musikreviews.de]
gepostet am: 16.02.2020

Viel besser als gadacht, sehr schön geradezu.

Kompositorisch für meine Ohren zwischen den ausschweifenden Frühwerken (zum Glück ohne das nervige Gekiekse) und den kompakten Meisterleistungen der letzten beiden Platten (allerdings auch ohne die Hitdichte von zumindest "Bleeding").

Aber es kann neben meinem Favoriten "Bleeding" bestehen. Das hätte ich nicht zu hoffen gewagt.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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